Im Flow. Leichter Schwingen

Snow Flow

Ein Wintermorgen wie aus dem Bilderbuch. Die Sonne scheint. Über Nacht hat der eiskalte Himmel ein paar Zentimeter staubtrockenen Pulverschnee über den weiten Hang verstreut, der mir unberührt zu Füssen liegt. Ich bin ganz alleine, kein Mensch weit und breit, nur ein Adler spielt hoch oben mit dem Wind. Ich lasse mich in den Steilhang gleiten, alle Gedanken bleiben hinter mir. Ich bin eins mit jeder Bewegung und der ganzen Welt. Raum und Zeit existieren nicht, alles fliesst…

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Was mir jetzt (nicht nur) auf einem unberührten Hang unbeschreibliche Glücksgefühle bereitet, war als Rennläuferin einer meiner wichtigsten Schlüssel zum Erfolg. Schon als Teenager lernte ich durch mentale Praktiken – vorwiegend Imagination und Konzentration – den Flowzustand herzustellen. Als Rennläufer ist man dadurch so intensiv konzentriert, dass man völlig mit seiner Fahrt eins wird – ein Zustand, der keinen Platz für Zweifel, Unruhe und Angst übrig lässt: Ist man einmal “in the zone”, hat man einmal den “Flow-Zustand” erreicht, so reagiert man nicht mehr auf Ablenkungen und kann Spitzenleistungen erbringen. Der “Flow” ist ein Bewusstseinszustand, der durch Selbstvertrauen, Lebensfreude und konzentrierte Entspannung, ja geradezu durch das Gefühl der Schwerelosigkeit charakterisiert werden kann.

Was für Menschen, die ihren Flow oft nur zufällig erleben, frustrierend sein kann ist, dass der “Flow-Zustand” so schwer fassbar ist. Der “Flow” kann ganz plötzlich eintreten und dann genauso schnell und ohne Vorwarnung wieder verschwinden. Und doch beruht er keineswegs nur auf dem Zufall. Das “Flow-Erlebnis” lässt sich zwar kaum auf Knopfdruck herbeizaubern, doch ein Topathlet weiß, dass er viel dazu tun kann, um den “Flow” heraufzubeschwören. Aber nicht nur Rennläufer können den Zugang dazu finden. In einem “Skikurs” der auf optimale Nutzung individueller körperlicher, mentaler und emotionaler Vorzüge und Stärken basiert und gleichzeitig angeborene oder durch Konditionierung erworbene Schwachstellen erkennt, können selbst Newbies das Lernen im Flow erleben.

Flow

Mihaly Csikszentmihalyi, hat den Begriff Flow geprägt und will damit das Gefühl des völligen Aufgehens in einer Tätigkeit beschreiben. Wenn wir im Flow sind, sind unser Fühlen, unser Wollen und unser Denken in diesen Augenblicken in Übereinstimmung. Während wir der Tätigkeit nachgehen, spielen für uns weder die Zeit, noch wir selbst eine Rolle und das Handeln geht mühelos vonstatten.

Schlüssel zum Flowerlebnis

  • Konzentration auf die eigene Bewegung, nicht auf den Stil der anderen, nicht auf die Technikanleitung des Skilehrers.
  • Motivation von “Innen” durch Spüren und Empfinden, nicht durch das “Lob” für die richtige Ausführung.
  • Imagination der Bewegung, die so realistisch und detailgetreu heraufbeschworen wird, dass man sie geradezu greifen, riechen und schmecken kann. Ein Sehen und Fühlen durch das geistige Auge: jedes einzelnen Aspekts, jeder Bewegung, jedes Moments im Tun der im individuellen Stadium des Könnens möglichst perfekt ausgeführten Fahrt.
  • Lernen dort beginnen wo es leicht ist. Bei früher angelernten Bewegungsmustern wie Gehen, Gleichgewicht halten, Bücken, Greifen, Fahrrad fahren etc.
Diskussion zum Thema - Forum Skihütte
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