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Kunstpiste
Der Name Kunstpiste, soll in seiner Doppelsinnigkeit durchaus als provokante Anspielung zu verstehen sein.
In den 1970er Jahren etablierte sich im Skifahrerjargon der Begriff Kunstpiste - für die damals noch seltenen, mit "Schneekanonen" beschneiten Pisten. Dagegen wurde eine Zuordnung des Skifahrens in die Reihe der Bewegungskünste gerade durch neue technische Möglichkeiten, die es zum Massensport machten, im normalen Verständnis unserer Kultur beinahe unmöglich. Diese Entwicklung wurde auch durch die "Uniformierung" des Stils durch vereinheitlichende Lehr- und Trainings- anweisungen gegeben. So stellt sich auf kunstpiste.com immer wieder die Frage, ob Skifahren als Element der menschlichen Kultur, wenn es nicht primär durch Zweckmäßigkeit, sondern durch unterschiedlich verstandene Ästhetik geprägt ist, nicht zumindest als Kunstfertigkeit gesehen werden kann. About Ski
Mit zwei bekam ich vom Christkind "die Ski". Seither sind Skis mein Lieblingsspielzeug. Inzwischen hat sich auch auf Schnee für mich viel getan.
Die Begeisterung für´s Skifahren entwickelte sich in einer Umgebung, die stark durch den Wintersport geprägt war. Meine Mutter, die ehemalige Skirennläuferin Riki Mahringer, Siegerin im olympischen Kombinationsslalom St. Moritz 1948 und Trägerin von mehreren Olympia-und WM-Medaillen hat zusammen mit meinem Vater Ernst Spieß die Skischule Mayrhofen und 1955 den 1. Skikindergarten der Welt gegründet. Schon in der Volksschulzeit, die ich in der typischen Form der pädagogischen Auffassung der frühen sechziger Jahre erlebte – "Schreib schön!" "Sitz still!", beide dieser Anforderungen konnte ich nur manchmal und unter Aufbringung höchster Konzentration erfüllen – stellte ich mir öfters die Frage warum meine Umgebung missbilligte, dass ich als Ergebnis von 1+1 in meinen Rechenoperationen des öfteren auf grün, gelb oder rosa kam. A Quicktime
Meine Familie, deren größte Lust, in beruflicher wie privater Weise, dadurch genährt wird, Schnee auf Skiern zu er(be)fahren, zog mich derart in den Sog, dass ich tatsächlich als Professional mit dem, für das österreichische Selbstvertrauen so wichtigem Skiteam auf vielen Pisten und Schneearten dieser Welt die Zeit möglichst kurz hielt. Und doch war ich in meiner ersten Worldcupsaison kein vierzehnjähriges Wunderkind, sondern meine Leistungen Produkt harter Arbeit mit ehrgeizigen Trainern.
Slowmotion
Meine entscheidende Perspektive entstand aber, wie so oft, erst nach einer Zeit der freien Wahl und des Verarztens diverser emotionaler Wunden. Nachdem ich einige Jahre in den Ranglisten unter den Besten der Welt geführt wurde, hängte ich den Sturzhelm mit zwanzig und quasi über Nacht "an den Nagel" und suchte nach neuen Möglichkeiten mein Spektrum an Bewegung auf Schnee zu erweitern.
In meinem Skikindergarten und in der Betreuung von Menschen mit außergewöhnlichen Bedürfnissen - von Down Syndrom bis Spitzensport - fand ich viele offene Fragen, auf die mir die staatlich anerkannte Bedienungsanleitung für Skifahrer keine Antworten geben konnte. Als dann ein guter Freund zur Tat schritt, wirklich ein Snowboard in zwei Teile sägte und zu einem Paar neuartiger Ski konvertierte, spürte ich wozu eine moderne Biegelinie wirklich gut ist – es erhob sich die Frage, warum die im Rennlauf so kurz gehaltene Zeit jetzt viel länger scheint und so spielerisch und leicht ausgefüllt werden kann. Anscheinend muss manchmal etwas verwaschen, verdünnt und verdorben werden, was – und dies steht nun für mich in bemerkenswerter Weise außer Zweifel – an und für sich einen hohen Wert darstellt, der nur bewahrt werden kann, wenn man sich eben von ihm löst. Durch die Verwirrung, welche die naheliegende Entwicklung von taillierten Skis in traditionellen Skifahrerkreisen auslöste, habe ich den Weg der Pädagogik aus Selbstzweck mehr denn je hinterfragt und endgültig verlassen. Wie im "richtigen Leben" gibt es deshalb in meinen Workshops keine Aufgaben mit vorgegebenen Lösungen; der Anspruch Mut zum Persönlichen Stil zu finden steht im Vordergrund. Kritikern (welche die Einbindung anerkannter Körpertechniken – wie Feldenkrais oder Qi Gong – in den Skiunterricht wortwörtlich als "esoterisches Hexenzeug" abtaten) konnte ich oft nur mit dem, für pädagogische Qualität relativ unbedeutenden, staatlichen Zeugnis als Skilehrerin und Skiführerin entgegentreten. 1+1= grün!
Gänzlich ohne Vorbelastung entdeckte ich zur selben Zeit das Internet als höchst willkommene Kommunikationsform und dadurch meine „alte Liebe“ zum Schreiben wieder. Der Wunsch Bilder aus Wörtern zu malen, entstand bereits als ich ein Kind war. Der Mut, dies im ganz persönlichen Stil zu tun, ist mit den Jahren und meinen Begegnungen mit Menschen im Schnee gewachsen. Auf meiner "eigenen Kunstpiste" und in anderen Online Medien wie in der Kolumne Innenski auf derstandard.at geht es daher auch vorwiegend um Kurven, Schnee und Menschen und wie beim Skifahren abwechselnd heiter beschwingt und bei Bedarf auch öfter mit scharfem Kanteneinsatz.
edelwiser - der Schnee ist bunt!
Auf die Idee individuelles Skidesign zu ermöglichen sind mein Mann Erwin und ich schon vor längerer Zeit gekommen. 2004 hat das Baby einen offiziellen Namen, eine Plattform im Web und interessante Aufträge erhalten. Nach dem Motto - wise, wiser, edelwiser - ist Abfahren auf selbstgestaltete(n) Skis nicht nur möglich sondern auch zur sprichwörtlich erschwinglichen Freude geworden.
edelwiser.com ...!
Viel mehr als nur Glück bedeutet für mich unsere Familie. Der gemeinsame Weg mit Erwin, den unsere Kinder Max, Andy und Riki mit unglaublich tiefen Aspekten bereichern, ist eindeutig das Wichtigste in meinem Leben. Durch nichts und niemand sonst habe ich soviel erfahren und Mut bekommen ausgetretene Pfade gründlich zu hinterfragen und nötigenfalls zu verlassen.
—Nicola |
![]() Teenager mit Charakter Als Nicola Spiess vor einigen Jahren in der internationalen Skiszenerie auftauchte, konnte man an ihr noch alle charakteristischen Merkmale eines Teenagers fest stellen: ihre an Wahnsinn grenzende Verwegenheit in den Abfahrten, ihre Offenheit, lautere Freude, unkonventionelle Kleidung bis hin zum Cowboyhut.... —M.Clare, Biorama Ski 1977 ![]() Facts - Nicola Werdenigg
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